Welche Unterlagen brauche ich für die Steuererklärung? Checkliste 2026
Vollständige Checkliste der Dokumente für die Schweizer Steuererklärung 2026: Lohnausweis, Bankbelege, Säule 3a, Krankenkasse, Liegenschaft, Wertschriften.
Die Steuererklärung ist nicht kompliziert — sie ist nur dann anstrengend, wenn man nicht weiss, welche Belege man eigentlich zusammensuchen muss. Das Steueramt will keine Überraschungen; es will eine vollständige, nachvollziehbare Übersicht über Einkommen, Vermögen, Schulden und Abzüge. Wer die Dokumente einmal sauber ablegt, ist nächstes Jahr in zwanzig Minuten fertig.
Deshalb ist die beste Checkliste nicht alphabetisch, sondern nach Lebenssituation aufgebaut. Ein Mieter ohne Depot überspringt die Hälfte; eine Eigentümerin mit Interactive Brokers braucht dafür zwei zusätzliche Belege. Genau so ist diese Liste gedacht.
Einkommen aus Erwerbstätigkeit
- Lohnausweis jedes Arbeitgebers für das Steuerjahr. Bei mehreren Stellen alle Lohnausweise, auch Nebenjobs, Praktika und befristete Mandate.
- Belege für Sitzungsgelder, Verwaltungsratshonorare und Nebenerwerb.
- Bei Selbstständigkeit: Jahresabschluss, Buchhaltung, AHV-Abrechnung, allfällige AHV-Akontorechnungen.
- Bei Arbeitslosigkeit: Bescheinigung der Arbeitslosenkasse über erhaltene Taggelder.
- Bei Krankheit oder Unfall: Bescheinigungen über Taggelder (KTG, UVG).
Renten und Ersatzeinkommen
- Rentenbescheinigung AHV / IV.
- Pensionskassen-Rente — Bescheinigung der Vorsorgeeinrichtung.
- Auszahlungen aus Säule 3a (Bezug bei Pensionierung, Wohneigentum, Selbstständigkeit, Auswanderung).
- Leibrenten, Witwen-/Witwerrenten, Waisenrenten.
Vermögen: Bankkonten und Wertschriften
Das Steueramt interessiert sich hier nicht für den Kontostand am Tag des Downloads, sondern für den Bestand per 31. Dezember. Klingt banal — ist aber einer der häufigsten Gründe, warum im Februar nochmals nachgearbeitet wird.
- Bankauszug per 31.12. für jedes Privat-, Spar-, Anlage- und Geschäftskonto. Auch Konten mit kleinem Saldo oder im Minus deklarieren.
- Steuerverzeichnis / Depotauszug der Bank — die meisten Banken stellen ein eigenes "Steuerdokument" zur Verfügung, das Saldo, Zinsen und Wertschriften zusammenfasst.
- Bei ausländischen Brokern (Interactive Brokers, Swissquote International, DEGIRO, Trade Republic): Jahresübersicht mit allen Trades, Dividenden und Quellensteuer-Abzügen. Die Form unterscheidet sich vom Schweizer Steuerverzeichnis und muss ggf. manuell auf das Schweizer Format übertragen werden.
- Kryptowährungen: Saldo per 31.12. zu offiziellen Steuerkursen der ESTV. Ein Export der Börse oder Wallet als Nachweis.
- Verrechnungssteuer: Bei Schweizer Banken wird die 35% Verrechnungssteuer auf Zinsen und Dividenden automatisch im Steuerverzeichnis ausgewiesen — bei korrekter Deklaration im Wertschriftenverzeichnis erhalten Sie sie vollständig zurück.
Liegenschaft und Wohneigentum
- Hypothekarausweis per 31.12. (Saldo und bezahlte Zinsen).
- Liegenschaftssteuerbescheinigung der Gemeinde / des Kantons.
- Belege für werterhaltende Unterhaltskosten: Maler, Heizung, Reparaturen, Service.
- Belege für energetische Sanierungen (Wärmepumpe, Solaranlage, Fenster, Dämmung) — separat ausweisen, oft höher abzugsfähig.
- Bei Vermietung: Mieteinnahmen und alle Nebenkosten-Abrechnungen.
- Eigenmietwert: aktueller amtlicher Wert (auf der letzten Veranlagung ersichtlich).
Abzüge: Was Sie nicht vergessen sollten
Abzüge sind der Teil, an dem die meisten Geld liegen lassen. Eine vollständige Liste:
Vorsorge
- Säule 3a: Bescheinigung der Bank oder Versicherung. Maximal CHF 7'258 (Angestellte mit Pensionskasse) bzw. 20% des Nettoerwerbseinkommens, max. CHF 36'288 (Selbstständige ohne Pensionskasse) — Werte für Steuerjahr 2025.
- Einkäufe in die Pensionskasse: Bescheinigung der Vorsorgeeinrichtung.
- 3a-Nachzahlung: Nicht in die Steuererklärung 2025 einplanen. Die neue Nachzahlungsmöglichkeit gilt erst ab 2026; die erste Deklaration betrifft damit die Steuererklärung 2026, die 2027 eingereicht wird. Nachzahlungen sind nur unter Bedingungen möglich, unter anderem bei AHV-pflichtigem Einkommen im Lückenjahr und voll ausgeschöpftem ordentlichem 3a-Beitrag im Nachzahlungsjahr.
Versicherungen und Krankheit
- Prämienbescheinigung der Krankenkasse (Grund- und Zusatzversicherung).
- Selbst getragene Krankheitskosten (Franchise, Selbstbehalt, Zahnarzt, Brille, Therapien) — abzugsfähig nur der Anteil, der 5% des Reineinkommens übersteigt.
- Lebensversicherungen, Rückkaufswerte per 31.12.
Berufsauslagen
- Arbeitsweg: ÖV-Abo oder Kilometer mit Auto (mit Begründung, warum ÖV nicht zumutbar). Beim Bund ist der Abzug auf CHF 3'200 gedeckelt (DBG Art. 26), bei den meisten Kantonen liegt die Obergrenze höher (z. B. ZH CHF 5'000).
- Verpflegung auswärts (wenn keine Kantine).
- Weiterbildungen, berufliche Literatur, Berufskleidung.
- Home-Office-Anteil (wenn vom Arbeitgeber bestätigt).
Familie
- Kinderbetreuung: Bestätigung der Kita / Tagesfamilie mit Kosten.
- Unterhaltszahlungen / Alimente: Zahlungsbelege.
- Unterstützungsleistungen an Angehörige.
Spenden
- Bescheinigungen gemeinnütziger Organisationen — meist abzugsfähig bis 20% des Nettoeinkommens.
Ein realistischer Zeitplan
Ich würde nicht versuchen, alles an einem Abend zu erledigen. Der ruhigste Ablauf ist: im Januar einen digitalen Ordner eröffnen, im Februar die Bank- und 3a-Belege herunterladen, im März nur noch die Sonderfälle ergänzen — Liegenschaftsunterhalt, Weiterbildung, Spenden, Krankheitskosten. Wer bis Mitte März merkt, dass ein Steuerverzeichnis fehlt, hat noch Zeit. Wer es am 30. März merkt, schreibt E-Mails.
Die reguläre Frist liegt in vielen Kantonen am 31. März. Eine Fristerstreckung ist kein Drama und meistens online in wenigen Minuten erledigt. Wichtig ist nur: vor der Mahnung beantragen, nicht danach.
Wenn der Stapel zu gross wird
Die Checkliste ist gemacht für den Fall, dass Sie Ihre Steuererklärung selbst ausfüllen. Wenn Sie mit einem Treuhänder arbeiten, ist genau diese Sammelarbeit der teuerste Teil — und der, bei dem es zu Reibung kommt, weil Belege fehlen oder nachgeliefert werden müssen.
Fiduex ist dafür gebaut: Ihr Treuhänder sendet eine WhatsApp-Anfrage, Sie schicken die Dokumente, und die KI sortiert, extrahiert und kennzeichnet, was noch fehlt. Wer einmal nicht mehr drei Mal nachfragen musste, will nicht zurück.